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PARSIVAL

PARSIVAL (Aerial Platforms for Avalanche Search and Rescue)

Die Zeit ist bei Lawinen-Such- und Rettungsaktionen von entscheidender Bedeutung für das Überleben der Opfer: Die Wahrscheinlichkeit, ein vollständig verschüttetes Lawinenopfer lebend zu retten, liegt in den ersten 15–20 Minuten nach der Verschüttung bei etwa 80–90% und nimmt danach sehr schnell ab. Nach 35 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch auf etwa 30%.
Dies bedeutet, dass organisierte Rettungsteams oft nicht rechtzeitig eintreffen, das Überleben der Opfer hängt dann fast ausschließlich von der Expertise der vor Ort befindlichen Gruppenmitglieder und zusätzlich von der Größe und Neigung des von der Lawine betroffenen Geländes ab.
Die im PARSIVAL-Projekt vorgeschlagene Lösung wird die Überlebenschancen bei Lawinen erhöhen, indem sie Selbstrettung fördert, die Zeit zur Auffindung verschütteter Opfer minimiert und die Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler reduziert.

ZIELE

Das Projekt umfasst die Entwicklung einer leichten (<1 kg), kompakten und einfach im Rucksack transportierbaren Drohne, die autonom durch einen Computer-Vision-Algorithmus gesteuert wird, basierend auf Daten von optischen Sensoren und einem miniaturisierten ARTVA-Gerät (Lawinen-Suchgerät), um automatisch jede verschüttete Person in einer unterstützten Rettungskonfiguration zu lokalisieren und den Standort an die Notrufnummer 112 oder an einen Such- und Rettungsdienst zu übermitteln.
Falls drohnengesteuerte Selbstrettungsaktionen fehlschlagen, können weitere organisierte Rettungsmaßnahmen durchgeführt werden, unter Einsatz mehrerer Drohnen (ausgestattet mit optischen und Thermalsensoren), die gleichzeitig in Schwarmkonfiguration fliegen.

Um dieses Ziel zu erreichen, umfassen die Projektaktivitäten die Entwicklung von:

  • Eine kleine, leichte, klappbare und tragbare Luftplattform
  • Einen miniaturisierten ARTVA-Sensor, der von der Luftplattform getragen wird
  • Einen Rechenalgorithmus zur Definition der Suchbereichsgrenzen und zur autonomen Lokalisierung der Opfer, selbst in steil geneigtem Gelände
  • Ein datenunterstützendes System (DSS), das die Kommunikation zwischen Nutzern und Rettungsdiensten (SAR) ermöglicht. Das DSS wird andere Plattformen (Bodenteams, Hubschrauber, Drohnen) koordinieren, um den Rettungsprozess zu vervollständigen

Die entwickelte Lösung wird durch eine Feldstudie validiert, um ihre Wirksamkeit im Vergleich zu traditionellen Suchmethoden nachzuweisen und ihre Auswirkung auf die Leistung von Begleitpersonen und Rettungskräften zu bewerten.
Das Projekt wird zum nachhaltigen Fortschritt beitragen, wie er durch den European Green Deal gefördert wird: Es wird die Effizienz von Such- und Rettungsaktionen durch umweltfreundliche Plattformen (elektrisch betrieben) verbessern und den Einsatz stärker umweltbelastender Plattformen (Hubschrauber) reduzieren, wenn diese nicht erforderlich sind.

Projektdetails

Titel: Luftplattformen für Lawinen-Suche und Rettung
Akronym: PARSIVAL
Projektcode: EFRE1110
CUP: B57H25003290007
Förderprogramm: EFRE 2021–2027
Gesamtbudget: 400.786,43 € (gefördert: 321.835,20 €)
MAVTech-Budget: 197.378,08 € (gefördert: 118.426,85 €)
Partner: Eurac Research
Projektdauer: 01.07.2026 – 31.12.2028